Der Höchste im Norden
Ostermontag, 28. März 2005
Für den Ostermontag, 28. März 2005 wollten wir wieder einmal den Brocken besteigen. Die bisherigen Gipfelsiege, die wir entweder zu Fuß von Schierke, per Mountainbike von Bad Lauterberg oder per Harzquerbahn zurücklegten, endeten auf Norddeutschlands Höchsten meist im Nebel. Es ist auch nicht besonders verwunderlich, denn an durchschnittlich 306 Tagen hat man dort oben so gut wie keine Sicht.
Der Wettermann meldete für unseren „Osterspaziergang" recht sonniges Wetter. Morgens am Wanderparkplatz in Schierke herrschte aber noch ziemlich dichter Nebel bei +5 °C. Es lag noch etwa ein halber Meter Schnee. Die Schneedecke war allerdings sehr fest, so dass wir mit unseren Bergschuhen und den Stöcken gut vorwärts kamen.
Der breite Weg führte zunächst entlang der Loipen, die mittlerweile ziemlich vereist waren, zu den Schluftwiesen. An dieser relativ großen Waldlichtung waren die ersten schneefreien Stellen zu erkennen. Wir gingen weiter durch den Wald zum Rastplatz Eckerloch. Der Weg wurde nun relativ steil. Sperrschilder warnten aufgrund der Eisglätte vor der Begehung des Weges. So schlimm war es nun aber auch nicht, dass man deshalb die Brockenstraße gehen müsste.
Rechts neben den Weg rauschte die „Ilse", die am Brocken entspringt, das Tal über große Felsblöcke hinab. Der Nebel war immer noch sehr dicht. Wir konnten maximal 50 m weit sehen. Dennoch spürten wir, dass sich die Sonne bald die Oberhand bekommt. Wir genossen beim Aufstieg die herrliche Frühlingsluft, die einen kleinen Beigeschmack vom Dampf der Harzquerbahn hatte. Wir hörten das pfeifende Dampfroß, das auch zweimal unser Weg querte, den Berg hinauf keuchen.
Der Weg führte weiter steil nach oben. Am Wegesrand standen die Schilder mit den Höhenangaben 900 NHN und später 1.000 NHN. Kurz danach erreichten wir die Brockenstraße, die wir nun bis zum Gipfel gingen. Hier oben lag noch bedeutend mehr Schnee. In geschützten Lagen waren es noch über 2 m.
Die Sonne hatte sich endlich durch den Nebel gekämpft und wir konnten die Bergkuppe in voller Sonne genießen. Trotz des schönen Wetters begegneten wir an diesem Tag nur sehr wenigen Wanderern. Gegen 12 Uhr schlossen wir uns einer Führung am Brockenhaus an. Der Nationalparkranger erzählte viel Interessantes über den Brocken, dessen Geschichte und natürlich über den Harz Nationalpark.
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