Großer Geiger 3.360 m
Aufstieg zur Essen-Rostocker Hütte
Donnerstag, 22. August 2002
Gegen 11.00 Uhr begann unsere Tour am Parkplatz in Ströden (1.400 m) am Ende des Virgentals. Zunächst gingen wir den nur leicht ansteigenden Almweg in Richtung Stoanalm (1.450 m). Die Alm erreichten wir bequem in 20 min. Gehzeit. Da wir genügend Zeit hatten, verweilten wir dort bei einer köstlichen Buttermilch. Der Weg wurde nun zunehmend steiler und führte über Waldwege und Wiesen vorbei an der Talstation der Materialseilbahn (1.500 m) sowie an Kühen, Pferden, Ziegen und Schafen, die sich dort offenbar sichtlich wohl fühlten.
Auf einer Höhe von 1.840 m machten wir nochmals Rast an einem großen Felsblock und genossen die wohltuende Sonne. An diesem Rastplatz begegneten wir drei Frauen, die die Begehung des Venediger-Höhenweges von der Essen-Rostocker-Hütte aus planten. Unser Weg führte weiter vorbei an der Maureralm, einer unbewirtschafteten Hütte in 1.940 m Höhe. Von dort aus konnten wir bereits unser Tagesziel - die Essen-Rostocker-Hütte (2.200 m) - sehen. Die Baumgrenze war erreicht. Von der Ferne lockten die 3.000er mit ihren gewaltigen Gletschern. Für die letzten 150 Höhenmeter zur Essen-Rostocker-Hütte konnte man wählen zwischen einen direkten steilen Aufstieg und einem etwas längeren sanfteren Normalanstieg. Wir wählten letzteren, da wir unsere Kräfte für den folgenden Gipfeltag schonen wollten.
14.00 Uhr erreichten wir die Hütte. Matratzenlager 14 wurde uns zunächst zugewiesen, welches wir auch gleich bezogen. Der Hüttenwirt empfahl uns zur Stärkung einen hausgebackenen Apfelstrudel. Diesen gut gemeinten Rat haben wir natürlich gern Folge geleistet.
Den verbleibenden Nachmittag nutzten wir zu einer Wanderung zum 150 m höher gelegenen Simonysee. Der Weg dorthin führte durch eine beeindruckende Felslandschaft umgeben von Gletschern entlang tosender Wasserfälle. Erstmals konnten wir von dort aus unser Tourenziel, den Großen Geiger, sehen. Vom kristallklaren eiskalten Simonysee hatten wir einen herrlichen Blick auf die westliche (3.481 m) und östliche Simonyspitze (3.448 m), das Rostocker Eck (2.749 m)und den Nachbargipfel des Großen Geigers, den Großen Happ (3.352 m).
Gegen 16.30 Uhr erreichten wir wieder die Essen-Rostocker-Hütte und verbrachten die Zeit mit dem Studium zahlreicher Berglektüre. Am Abend 19.00 Uhr traf unsere Bergführerin Lisi ein. Die erst 25jährige Lienzerin begrüßte uns freundlich und besprach mit uns auch gleich die Details des Aufstiegs und passte uns Steigeisen und Gurte an. Als Vierter unserer Seilschaft stieß ein Mann aus Wien an diesem Abend noch hinzu.
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