2. Etappe: Osterzgebirge (91 km)
Donnerstag, 1. September 2005
Nach den Anstrengungen des Vortages schmeckte das reichliche Frühstück besonders gut. Kurz vor der Abreise kaufte ich noch von dem netten Wirt einen typischen Original Erzgebirgischen Holzkunstartikel. Mit diesen wunderschönen Produkten verdienen sich viele kleine Unternehmen in dieser Region ihren Lebensunterhalt. Kurz nach 8 Uhr brach ich zu meiner 2. Kammtour-Etappe auf. Das Ziel in Geising musste ich spätestens gegen 16 Uhr erreichen, um den Zug nach Hause zu bekommen. Die Fahrt begann flott bei sonnigen Wetter. Ich hatte bereits nach wenigen Minuten den Grenzübergang in Reitzenhain erreicht. Die Fahrt führte weiter nach Kalek. Die 10 km bis zu diesem Ort gingen mir zügig von der Hand oder besser gesagt von den Beinen. Eine landschaftlich schöne Gegend mit besten Straßenbedingungen eröffnete sich hier. Den einzigen Verkehr, wenn man diesen überhaupt so bezeichnen kann, stellten die Autos der Pilzsammler oder Radfahrer dar. So ging es immer weiter bis nach Rudolice entlang der Radroute 23. Diese Nummer gibt Hinweis auf den tschechischen Teil des Kammweges. Etwas verdutzt war ich allerdings als statt der 23 die Nummer 25 angezeigt wurde. Im Eifer der schönen Natur und der sich nun anschließende Abfahrt hatte ich wohl einen Abzweig übersehen. Ich war jedenfalls in Brandov/Olbernhau gelandet und hatte so mindestens 15 km Umweg zu verbuchen. Auf der mäßig befahrenen Landstraße erreichte ich schließlich entlang des Schweinitztals die Orte Deutschkatarinenberg mit einem sehr schönen Bergbaumuseum, Deutschneundorf und Deutscheinsiedel bei Seiffen. Nach soviel „Deutsch..." war es nun wieder Zeit auf böhmischer Seite weiterzuradeln. Hier schloss sich wieder meine selbst verzapfte Umleitung. Beim Blick auf die Uhr - es war mittlerweile 11.30 Uhr kamen mir die ersten Zweifel, das Tourziel heute noch rechtzeitig zu erreichen. Die nächsten 4 km nach Kliny waren trotz leichter Steigung schnell erreicht. Der Radweg hatte auch hier wieder die allerbesten Bedingungen. Die nächsten 20 km fuhr ich vorbei an der herrlich gelegenen Talsperre Flaje immer auf und ab im Höhenniveau zwischen 700 und 900 Meter. Der Wind bliess mir dabei immer kräftig entgegen. Am Ortseingang von Nove Mesto tankte ich noch mal die Trinkflaschen für den letzten Teilabschnitt nach Geising auf. Auf den Weg nach Zinnwald führte der Kammweg 10 km über die „Skimagistrale Böhmisches Erzgebirge". Es war wie gewohnt ein sehr schöner Radweg. Hier fiel mir besonders auf, das wie bereits auf den letzten 20-30 km, nur eine sehr geringe oder niedrige Vegetation vorherrschte. Kurz nach 14.00 Uhr erreichte ich Cinovec/Zinnwald, durchquerte den Grenztunnel und gelangte wenig später an das Ziel der Kammtour nach Geising. Die Rückfahrt konnte ich mit der Bahn (über Dresden) somit pünktlich antreten. Ich fuhr während dieser beiden Tage 208 km in einer Fahrzeit von 13 Stunden, was einen Durchschnitt von 16 km/h entspricht. Der "Wasserverbrauch" lag bei 11 Trinkflaschen á 0,6 l. Die Tour ist jedenfalls sehr empfehlenswert und auch für ein Trekkingrad geeignet.
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