Aklimatisierung auf Horombo
Dienstag, 1. Dezember 1998
Diesen Tag hat der Reiseveranstalter eingebaut, damit wir uns besser an die Höhe gewöhnen und somit den Gipfel auch erreichen. Ich fand diese Lösung auch sehr gut, da ich bereits die ersten Höhenprobleme am Vortag hatte. Die Nacht haben wir wieder sehr unruhig geschlafen und wir waren froh, als es endlich hell wurde. Man konnte an diesen Morgen wunderschön die Kibospitze im Sonnenaufgang sehen. Ich habe neben der Hütte die ersten Fotos geschossen und bin noch ca. 1/2 Stunde auf der Lower Route aufgestiegen, um den Gipfel noch besser filmen zu können. Ich konnte dort oben einen phantastischen Blick genießen, den Sonnenaufgang weiter beobachten und die Vögel zwitschern hören. Es war ein wunderschöner Morgen, aber auch sehr kalt. Der Boden war gefroren und mit Rauhreif bedeckt. Die Sonne hatte aber in kurzer Zeit eine unheimliche Kraft. Am heutigen Akklimatisierungstag haben wir uns als Wanderziel uns den Mawenzi-Sattel vorgenommen. Bei herrlichen Sonnenwetter wanderten wir auf der Upper Route vorbei an riesengroßen Senecien zunächst zum Last Water, ein Sumpfgebiet auf der Strecke zum Mawenzi. Nach einer weiteren reichlichen Stunde und sich stark verschlechternden Wetter, es war mittlerweile sehr neblig und fing leicht an zu regnen, sahen wir die 4.000 m Marke von Zebra Rock. Das war natürlich Anlaß für zahlreiche Fotos, die ein Guide von unserer Gruppe machte. Ihm wurden mindestens zehn Fotoapparate übergeben. Vom Zebra Rock, einer imposanten Felsenlandschaft mit hellen Streifen, war allerdings durch den Nebel wenig zu sehen. Die Wanderung ging weiter in Richtung Mawenzi Sattel. Das Wetter verschlechterte sich immer mehr. Wir gingen dennoch "pole, pole" (langsam) weiter und erreichten bei strömenden Regen den Mawenzi Sattel in 4.345 m Höhe. Es war dort oben nur eine Steinwüste mit einer Gedenktafel im Nebel zu erkennen. Nach einer kurzen Stärkung und ein paar Fotos gingen wir dann schnell zurück. Inzwischen waren weitere Gruppen von den Mandara-Hütten aufgestiegen und versuchten wie wir, die Kleidungsstücke zu trocknen. Der Tag verlief ansonsten sehr ruhig. Das Wetter wurde einfach nicht besser. Ständig Regen und dichter Nebel. Da wir deshalb nicht viel unternehmen konnten, ruhten wir uns in der Hütte für die kommenden und bestimmt sehr anstrengenden Tage aus.
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