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Rauhjoch - Monte Scabro 2.920 m

Aufstieg von Süden

Donnerstag, 23. August 2007

Die Besteigung des Rauchjochs in den Ötztaler Alpen war ein Angebot des Tourismusverbandes St. Leonhard im Passeiertal und der Passeier Bergführer.

Wir starteten um 8.30 Uhr am Büro des Tourismusverbandes in St. Leonhard/Passeiertal und fuhren mit den Autos bis zum Parkplatz kurz vor Pfelders unterhalb der Steiner Höfe. Karl hieß unser Bergführer, der fast 20 interessierte Bergwanderer meist deutscher und italienischer Nationalität zum Rauchjoch führen wollte. Das Rauchjoch ist ein schöner Aussichtsberg, der relativ einfach zu besteigen ist.
Nach den regnerischen Wetter der letzten Tage war es heute trocken und die Wolken bekamen erste Lücken. Karl berichtete uns, dass es letzte Nacht bis auf 2.800 m herunter geschneit hatte. Dies tat besonders den zurückgehenden Gletschern gut.

Nach einem Startfoto begannen wir mit den Aufstieg. Der Parkplatz lag etwa auf einer Höhe von 1.550 m. Es waren also etwa 1.400 Höhenmeter zu überwinden.
Der erste Wegabschnitt verlief auf einer serpentinartig angelegten Asphaltstraße bis zum Obersteiner Bauernhof. Hier begann auch gleich der schwierigste Wegabschnitt. Die nächsten 500 Höhenmeter waren meist an einem seilgesicherten Wegabschnitt zurückzulegen. Durch die Regenfälle der letzten Tage waren die Steine noch nass und dementsprechend rutschig. Es war als Vorsicht geboten. Die Ketten boten aber an den besonders heiklen Stellen zusätzliche Sicherheit. Claudia und ich gingen direkt hinter Karl, der stets einen prüfenden Blick auf die anderen Bergkameraden warf.
An der Imestalm ging die Landschaft in eine weitläufige sattgrüne Almlandschaft über, die in Verbindung mit den immer wieder hochziehenden Nebelschwaden eines herrliches Bild ergab. Das Gebäude der 2.198m hoch gelegenen Imestalm war leider seit einigen Jahren verfallen. Eigentlich sehr schade, dachte ich mir so.
An einem Stein zeigte der Wegweiser unser Ziel „Rauhjoch“ an. Der Berg war allerdings noch in Wolken gehüllt. Wir hatten aber eine gute Sicht nach Pfelders und den dahinterliegenden 3000er´n sowie zur majestätisch wirkenden 2.846m hohen Sefiarspitze. Nach einer kurzen Rast führte der Weg nun weiter durch diese schönen Almwiesen immer leicht ansteigend. Wir passierten wenig später einen kräftigen Wasserfall, der in einen breiten Bachlauf mündete. Auf diesem Wegabschnitt konnten wir auch besonders viele Edelweiß und Silberdisteln bestaunen. Wir bewegten uns nun etwa auf einer Höhe von 2.300m. Plötzlich zeigte sich der Gipfel in seinem weiß angezuckerten Kleid.
Der Weg wurde nun zunehmend steiniger, aber er war immer noch gut zu begehen. Auf einer Höhe von etwa 2.600m wurde es durch den stark aufkommenden Wind ziemlich kalt. Jetzt waren Jacken, Mützen und Handschuhe gefragt. Die Gruppe rüstete sich nun für den Gipfelanstieg.
Karl machte uns auf den am Tiroler Höhenweg gelegene Rauchjochbiwack (2.700m) aufmerksam, der den Bergwanderern Schutz vor Wetterstürzen bieten soll. Die Biwakschachtel hatte sogar ein Glasdach für besonders gute Ausblicke.

Der schotterige Weg war nun leicht schneebedeckt. Am Gipfelgrat wurde der Wind nun immer stürmischer. Die Nordseite des Gipfels war etwa einem halben Meter mit Schnee bedeckt. Durch die dicken Nebelfelder war leider nicht viel zu sehen. Wir kämpften uns Meter für Meter nach oben. Wir dachten nun, dass wir den Gipfel erreicht hätten, aber ein Gipfelkreuz war leider nicht zu sehen. Die Sichtweite war höchstens 10 Meter. In einer Nebellücke zeigte sich nun doch noch das Kreuz. Dazu mussten wir nun noch einige Meter über den Grat eine kleine Senke durchqueren.

Geschafft. Das Ziel war erreicht. Berg Heil! Es war kurz vor 14.00 Uhr.

Hier oben konnten wir nun aufgrund des starken Sturms, den kalten Temperaturen und der ausbleibenden Sicht nicht sehr lange ausharren. Der Berg machte also seinem Namen nach alle Ehre. Nach ein paar Gipfelfotos begannen wir auch gleich mit dem Abstieg. Der Großteil unserer Gruppe war gar nicht erst bis zum Gipfelkreuz aufgestiegen und verharrte am Sattel.

Der Abstieg verlief recht zügig. In einer windgeschützten Mulde auf 2.400m entledigten wir uns der dicken Sachen und machten eine etwas längere Pause. Der Berg zeigte sich jetzt in seiner gesamten Größe. Die Sicht wäre jetzt bestimmt etwas besser gewesen.

Der Abstieg in dem seilgesicherten Abschnitt war nochmals eine Herausforderung, da er bergab bedeutend schwieriger zu gehen war.

Am Obersteiner Bauernhof war die Tour dann beendet und alle Bergkameraden versammelten sich zu einem Abschiedsfoto. Wir dankten unseren Bergführer Karl für die schöne Tour und wünschten uns noch einige sonnige Bergurlaubstage.