Rund um die Saaletalsperren
Landschaftlich reizvolle und sehr bergige Mountainbiketour rund um die Thüringer Meere Bleiloch und HohenwarteMontag, 31. Oktober 2005Das sonnige Herbstwetter zum Reformationstag nutzte ich noch mal für eine Mountainbiketour zum Saisonausklang rundum die Saaletalsperren Bleiloch und Hohenwarte.
Ich startete gegen 7.30 Uhr am Parkplatz in Saalburg hinter der Saalebrücke. Es war bei sehr frischem 4 °C und etwas Nebel zum Radfahren zwar noch nicht das angenehmste Wetter aber der Wettermann hatte ja einen schönen Tag prophezeit. Zunächst überquerte ich die Brücke der Bleilochtalsperre und fuhr durch das schöne Städtchen Saalburg in Richtung Schleiz zum Saaleradweg. Dieser Radweg sowie der Saale-Orla-Weg begleiteten mich über weite Teile meiner Tour. Der Radweg bog vor der Tanksstelle links ab und führte nun entlang Deutschlands größter Talsperre nach Kloster. In Kloster passierte ich den immer noch gut besuchten Campingplatz und erreichte wenig später auf der Straße nach Gräfenbrück die "Steinerne Rose". Auf einer Informationstafel las ich, dass die Rose im Mitteldevon als kugelige Diabas eruptiv entstanden ist und durch Verwitterung in konzentrische Schalen zerfällt und somit diese Rosenform erhält. Nachdem ich diese seltene Erscheinungsform fotografiert hatte, fuhr ich die Talsperrenstraße zur Sperrmauer. Vor der Sperrmauer war ein 18 t schweres Turbinenlaufrad ausgestellt, das über 60 Jahre dort seinen Dienst verrichtete. Hinter der Sperrmauer ging der bisher asphaltierte Weg in einem schmalen Pfad über, der direkt am Stausee entlang führte. Die Sonne kämpfte sich nun zaghaft durch den Hochnebel. Ich hatte nach den ersten 10 km mittlerweile meine "Betriebstemperatur" erreicht. Nach der Ferienanlage Isabellengrün war der Weg wieder asphaltiert. Die Straße führte nun an der nächsten Kreuzung in Richtung Burgk bis zur neu errichteten Saalebrücke steil bergab. Die rote Brücke gab einen schönen Kontrast zum bunten Herbstwald. Von hier hatte ich auch einen herrlichen Blick zum Schloss Burgk, welches ich mit einer steilen ca. 1 km langen Bergauffahrt vorbei am Zollhaus wenig später erreichte. Am Ortsausgang von Burgk führte ein Schotterweg vorbei an Grochwitz in Richtung Dörflas. Ich folgte nun dem Saale-Orla-Weg auf grobschottrigen Gelände, auf dem höchste Vorsicht geboten war, steil bergab nach Walsburg. Ab Walsburg konnte ich nun 7 km entspannt auf flachen Schotterweg entlang der Saale durch den Plothengrund bis nach Ziegenrück radeln. Der bunte Herbstwald kam hier ganz besonders zur Geltung. Ich passierte die sehr schön restaurierte Heinze-Quelle. An der Flusspromenade in Ziegenrück kann man in einer der Gaststätten Kräfte tanken vor der nun anstehenden recht anspruchsvollen Bergauffahrt. Die Straße führte ca. 4 km mehr oder weniger steil in Richtung Moxa. Kurz vor dem Dorf bog die Straße nach links ab in Richtung Linkenmühle durch den Ort Paska. Auf der fast baumlosen Ebene blies mir der Wind mächtig entgegen, so dass es fast genauso anstrengend war wie bergauf. Die 3 km lange rasante Talfahrt zur Linkenmühle war nun eine willkommene Abwechslung. An der Linkenmühle überquerte ich mit der Fähre die Hohenwarte-Talsperre. 40 km hatte ich bereits zurückgelegt. Es war also Zeit für eine ausgiebige Rast, denn die nächsten Berg-km forderten nochmals eine gute Kondition. Die nächsten 250 Höhenmeter ging es 3 km kontinuierlich auf einer in Serpentinen angelegten Straße nach Altenbeuthen. Mit einem kleinen Gang fuhr ich mit Tempo 9 bis zu dem Aussichtspunkt in Richtung Drognitz. Hier hatte ich ein herrlichen Ausblick auf die Hohenwarte-Talsperre. Nachdem ich dort einige Zeit verweilt hatte, schloss sich zunächst eine erneute Talfahrt zur Otter-Mühle in Richtung Liebschütz an. Die Straße war wegen Bauarbeiten für den Verkehr gesperrt. Ich konnte so völlig autofrei die Abfahrt genießen. In dem Grund war es allerdings sehr feucht und empfindlich kalt. An der Mühle erwartete mich nun eine mindestens 5 km Fahrt bergauf nach Liebschütz. Der Ort war an diesem Feiertag um die Mittagszeit menschenleer. Nahtlos ging das Dorf in den Nachbarort Liebengrün über. Erst am Ortsausgang wurde der Weg endlich flacher, aber dafür blies der Wind umso kräftiger. Auf mäßig befahrener Landstraße fuhr ich weiter nach Ebersdorf über Remptendorf. Diese weniger angenehmen knapp 10 km sind derzeit leider auf der Tour unvermeidbar. Ab Ebersdorf ist jetzt etwas Orientierungssinn gefragt. Ich hatte mich jedenfalls zunächst mächtig verfahren und landete nach einigen Irrfahrten am Ufer der Bleilochtalsperre, später am Frankenwaldblick und schließlich wieder in Ebersdorf. Den richtigen Weg nach Saaldorf hatte ich dann doch noch gefunden. In Ebersdorf bog ich etwa in der Ortsmitte nach links ab und folgte dem Saale-Orla-Weg vorbei an einer Ruh-Mühle durch den Wald bis zu einer großen Lichtung. Die vielen Hinweisschilder zeigten alles andere nur nicht Saaldorf als Zielort an. Nach Auskunft eines netten Ehepaares bog ich nun an der Lichtung rechts ab. Eine entsprechende Ausschilderung gab es erst wieder am Waldesrand. Nun führte der Weg einige km auf gut befahrbaren schottrigen Gelände stets bergab in Richtung Saaldorf. Dabei passierte ich einen Steinbruch und gelangte wenig später auf der Bundesstraße B 90. Dieser folgte ich nach links ca. 1 km bei ziemlich starkem Verkehr, bevor der Saaleradweg hinter dem Ort Saaldorf links in den Wald abbiegt. Die letzten 12 km nach Saalburg konnte ich richtig genießen. Der Weg führte durchweg durch den Wald auf Schotter oder Asphalt. Am Anfang dieser Teilstrecke und etwa nach 4 km sind noch zwei knuffige Anstiege zu überwinden, die jeweils von einer rasanten Talfahrt abgelöst werden. Die Stadt Saalburg erreichte ich über die sehr schön angelegte Uferstraße gegen 16.00 Uhr. Der Tacho zeigte bei der Ankunft am Parkplatz 90 km in einer Fahrzeit von 5:52 h. Weitere Infos: www.saale-radwanderweg.de |
|
















