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Rennsteig-Radweg

2. Etappe von der Schmücke nach Blankenstein

Samstag, 23. Juni 2007

Um 5.00 Uhr klingelte mein Handywecker. Ich wollte zeitig starten, damit ich die Bahn in Blankenstein stressfrei erreiche. Die Wirtin hatte mir das Frühstück als Lunchpaket gepackt und eine Kanne Kaffee vor die Tür gestellt. Das Wetter sah genauso bescheiden aus wie gestern. Der dichte Nebel war immer noch vorhanden. Der Regen hatte aber glücklicherweise aufgehört.

Ich fuhr um 6.00 Uhr los in Richtung Bahnhof Rennsteig. Auf der abschüssigen Straße begegnete ich mehreren Rehen, die aufgeschreckt kurz vor mir in den Wald sprangen. Ansonsten sah ich nur einige Holztransporter, die das aufgearbeitete Kyrill-Holz abfuhren. Der Sturm hatte hier oben beträchtlichen Schaden angerichtet. Auf der Straße nach Neustadt begann es nun wieder heftig an zu regnen. Dazu wurde es auch merklich kühler. Der Nebel wollte sich auch nicht auflösen. Solches Wetter hatte ich mir nun beim besten Willen nicht vorgestellt, zu dem dies der Wettermann ganz anders prognostiziert hatte. In Neustadt nutzte ich eine Wanderhütte am Ortsausgang zum Frühstück.

Es war eine ungemütliche Raststätte, die ich mir da ausgesucht hatte. Der Wind wehte den Regen bis unters Dach. Ich machte mir schon einen Plan zum Abbruch der Tour. Eisern fuhr ich aber weiter nach Masserberg auf der Straße. An diesem Morgen gegen 7.30 Uhr war noch kein Auto unterwegs. In Masserberg hörte der Regen auf und ich schöpfte Hoffnung für den Tag. Nach einer weiteren Rast an der Werra-Quelle, die ich über eine schöne Schotterstraße erreichte, war die Welt wieder in Ordnung.

Der Weg führte nun weiter teils auf Schotter, teils auf Asphalt nach Friedrichshöhe, einen kleinen Ort vor Scheibe-Alsbach. Hier öffnete Petrus erneut seine Schleusen und der Regen kam von vorn und peitschte mir ins Gesicht. Mittlerweile war mir das Wetter egal. Es konnte nur noch besser werden. Auf dem Weg nach Neuhaus kamen mir immer mehr Läufer entgegen. Heute war Rennsteig-Staffel-Lauf. Die meisten nahmen das Wetter wie ich mit Humor. In Neuhaus verlief der Rennsteig-Radweg vorbei an der Bahnlinie Igelshieb nach Ernstthal. Der Wegweiser nach Spechtsbrunn zeigte 6 km. Leider verfehlte ich hier abermals die richtige Abzweigung und landete in Piesau. Hier sah ich bei einer schönen Aussichtsrast die Sonne. Dass es die überhaupt noch gibt, dachte ich mir so. Da fiel der etwas mühsame Umweg von 6-7 km auch nicht so schwer.

Hinter Spechtsbrunn führte nun der Weg auf die Fränkische Seite des Rennsteigs. Leider gab es hier zunächst keinen akzeptablen Radweg, so dass ich auf der Straße blieb. Der ausgeschilderte Radweg neben der Hauptstraße war teilweise nur fußbreit und durch den Regen reihte sich Pfütze an Pfütze. Das hübsche Örtchen Steinbach am Wald war schnell durchquert. Die Straße führte nun in Richtung Lehesten an der alten Ziegelhütte wieder auf Schotterwegen zum Thüringer Rennsteig.

Am Kurfürstenstein konnte ich noch einen Kolonnenweg der alten Grenzanlagen betrachten. Kurz danach erreichte ich über den Rennsteig-Radweg das schön gelegene im Schieferbaustil errichtete Örtchen Brennersgrün. Die Sonne zeigt sich nun öfter. Hinter Brennersgrün schloss sich eine Schussfahrt an, auf der mein Tacho 72 km/h anzeigte. Genauso steil führte die Straße nun bergauf nach Grumbach. Wenn ich den Anstieg im Vorfeld nicht gesehen hätte, wäre ich auch nicht so unbeschwert den Berg hinab gefahren, denn meine Bremsgummis waren ziemlich am Ende. Die Bremshebel berührten mittlerweile schon die Griffe. Mit Intervallbremsen funktionierte es aber noch so einigermaßen. In Rodacherbrunn gönnte ich mir noch eine ausgiebige Brotzeit.

In der Imbissbaude hörte ich wieder den Regen auf das Dach prasseln. Na ja, jetzt ist es nicht mehr weit. Die letzten 15 km bis nach Blankenstein absolvierte ich zügig meist auf Bergabfahrten. Um 14.50 Uhr warf ich den Stein der Werra in die Saale. Mit dem Plumpsen des Steins in die Saale donnerte und blitzte es über Blankenstein. Kurz darauf setzte wieder der Regen ein.

Das Ziel war erreicht. Ich war erleichtert, dass ich die Tour trotz der widrigen Umstände so gut und sturzfrei absolviert hatte. Am Selbitzsteg war nun nur noch die Reinigung von Mensch und Maschine in der Saale angesagt, bevor ich die 2-stündige Rückfahrt per Bahn nach Gera antrat.