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Tabarettaspitze 3.129 m

Aufstieg über K2-, Tabaretta- und Payerhütte

Sonntag, 25. Juli 2004

Die große Tour zur Payerhütte, die uns von Beginn an faszinierte, konnte heute in Angriff genommen werden. Das Wetter hatte sich wieder gebessert. Die Sonne schien über das Bergsteigerdorf.

Wir starteten kurz nach 8.30 Uhr mit dem Auto in Richtung Seilbahnstation. Jeder musste 7,50 Euro für die Berg- und Talfahrt berappen und auf ging’s zunächst mit dem Sessellift zur K2-Hütte (2.330 m). Man kann natürlich auch den herrlichen Waldweg benutzen, aber aus Zeitgründen nutzten wir die Bahn. Von der Bergstation führte der Weg zunächst wieder 100 Höhenmeter bergab und durch begradigtes grobschotteriges und vegetationsloses Ski-Gelände. Dann ging es weiter steil bergauf in Zick-Zack-Kurven vorbei an herrlichen Alpenblumen zur Tabarettahütte auf 2.556 m Höhe. Auf dem Weg dorthin kamen uns viele Bergsteiger entgegen, die offenbar auf den Ortler waren und in der Payerhütte übernachteten.

An der Tabarettahütte, die sehr schön ausgestattet war, machten wir nur kurz Rast, stempelten das Wanderheft und blickten mit den Fernglas zur knapp 500 Meter höher gelegenen Payerhütte. Der Weg dorthin sah von hier unten ziemlich spektakulär aus. Er führte nun entlang der Felsen auf schmalen serpentinartig angelegten Wegen. Beim Gehen musste man aufpassen, dass man keine Steine in die Tiefe tritt, da diese gleich eine Gerölllawine ausgelöst hätten.

Auf ca. 2.800 m Höhe erreichten wir den Grat. Wir suchten uns ein windgeschütztes Fleckchen und rasteten. Jetzt wurde es merklich kühler. Jacken und Fleece-Shirts waren wieder gefragt. Die Payerhütte wirkt wie ein verwunschenes Schloss auf den Gipfel. Die Lage war einfach beeindruckend. Auf der anderen Seite konnten wir in das Trafoiertal und auf die Stilfserjochstraße blicken. Der Weg führte nun in schwindelerregenden Höhen an einem seilgesicherten Pfad vorbei. Etwa 100 Meter unterhalb der Payerhütte kamen wir noch an einem ca. 8 Meter hohem Felsen vorbei, der wie ein mahnender Finger aussah, beim weiteren Aufstieg Vorsicht walten zu lassen. Nach ein paar Fotos vor diesem markanten Punkt ging es in einem steilen Abschnitt direkt zu Payerhütte auf 3.029 m.

Vor der Hütte war eine kleine Kapelle errichtet wurden. Von der Hüttenterrasse hatten wir einen herrlichen Ausblick in Richtung Sulden, K2-Hütte, Tabarettaspitze und die umliegenden Berge. Wir konnten auch die Düsseldorfer Hütte erkennen, die wir am morgigen Tag erreichen wollten.

Meiner Idee, die nur 100 Meter höher gelegene Tabarettaspitze zu erklimmen, folgte Uli und Günther ohne Zögern. Die 3 Frauen zogen es vor in der Hütte zu bleiben. Der Weg war nicht ausgeschildert. Wir gingen auf Verdacht auf etwas ausgetretenen Pfaden in Richtung Ortler. In einer Scharte blieb Günter zurück und freundete sich mit einem Mann aus Zeitz an, der die Ortlertour für den nächsten Tag plante. Ich stieg mit Uli immer höher. Der Fels wurde rutschiger und steiler. Rechter Hand taten sich gähnende Abgründe auf. Als wir fast oben waren, bemerkten wir, das die Tabarettaspitze eigentlich 2 Spitzen hat. Welche nun der eigentliche Gipfel war, war nicht auszumachen, da auch hier das Gipfelkreuz fehlte.

Gegenüber konnten wir mehrere kleine Seilschaften beobachten, die vom Ortler abstiegen. Plötzlich zog eine Nebelwand in unsere Richtung, so dass wir schnell wieder absteigen mussten, denn ohne Wegmarkierung gestaltet sich dies bei geringer Sicht doch etwas schwierig. Kurz darauf konnten wir einen Bartgeier aus nächster Nähe beobachten. Ehe wir jedoch die Fotoapparate und Videokamera positioniert hatten, war er auch schon wieder verschwunden. Wir haben den großen Vogel mit seiner Flügelspannweite von ca. 3 Metern aber noch mehrmals aus etwas größerer Entfernung sehen können.

Kurz vor dem Abstieg von der Payerhütte trafen wir noch Kurt, unseren Bergführer vom Monte Cevedale, der mit seiner Seilschaft gerade vom Ortler kam. Die 3 Bergsteiger aus Sachsen, darunter 2 Frauen waren von den Anstrengungen ziemlich gezeichnet, aber glücklich es geschafft zu haben.

Der Weg nach unter zog sich ziemlich lang. Besonders zwischen der Tabarettahütte und der Bergstation K2, auf dem wir noch mal Kurt begegneten, kam uns ewig weit vor. Am späten Nachmittag trafen wir wieder in unserem Hotel ein.