6. Etappe: Druogno/Piemont - Locarno/Lago Maggiore
Mittwoch, 21. Juni 2006
Der letzte Transalp-Tag begann bei einem guten Frühstück gegen 7.00 Uhr. Ich hatte an diesem Tag alle Zeit der Welt und ließ die Etappe ruhig angehen. Ich merkte nichts von den Anstrengungen des Vortages. Ich hatte mich wohl nun an den Rhythmus gewöhnt.
Ich fuhr zunächst die Hauptstraße bis Santa Maria Maggiore. Dies ist der Hauptort im Valle Vigezzo und besticht durch seine typisch italienische Atmosphäre mit vielen engen Gassen und herrschaftlichen Villen und Parkanlagen. Nach einigen Runden durch diesen Ort ging die Fahrt weiter ins Valle Cannobina, ein abgelegenes Tal, was in Cannobio endet bzw. beginnt.
Ich war nun froh, die Hauptstraße in Malesco verlassen zu können und begann mit der Auffahrt ins 1.000 m hoch gelegene Dorf Finero, der wohl letzten Herausforderung meiner Transalp. Auf der ruhigen Straße war ich fast allein unterwegs.
In dem wildromantischen Tal hörte ich an diesen Morgen ein buntes Vogelgezwitscher, auch ein Kuckuck war noch zu hören. Die enge Straße windete sich durch das Felsmassiv. Das Flüsschen Cannobina toste rauschend ins Tal, welches sich meist schluchtartig darstellte. Ab und zu begegneten mir ein paar Radfahrer, die die Straße wohl als Trainingstrecke nutzten.
Die folgenden 21 Kilometer verliefen nun stets bergab. Die lange Abfahrt erinnerte mich an die Tour tags zuvor, nur das dieses Tal einen ganz besonderen Reiz ausstrahlte.
Um genau 10.20 erreichte ich Cannobio am Lago Maggiore. Das Unternehmen Transalp war ohne Sturz und Pannen geglückt. Nach ein paar Fotos am See und in der sehr schönen Stadt fuhr ich dann noch etwa 25 km die Küstenstraße über Briessago, Porto Ronco und Ascona nach Locarno.
Die Grenze zwischen Italien und der Schweiz habe ich dabei kaum bemerkt bzw. die Grenzer haben von Radfahrern keinerlei Notiz genommen.
Gegen 12.00 Uhr erreichte ich mein eigentliches Ziel, den Hafen von Locarno, nach 54 km und 500 Höhenmetern.
Rückreise von Locarno am Lago Maggiore nach Hause Donnerstag, 22. Juli 2006
Die Rückreise mit der Bahn verlief dank der Schweizer Pünktlichkeit reibungslos. Nach dem Start um 5.23 Uhr am Bahnhof in Locarno und 5-fachen Umsteigen in Bellinzona, Arth-Goldau, St. Gallen, Lindau und Immenstadt erreichte ich gegen 13.15 Uhr meinen Ausgangspunkt in Fischen im Allgäu.
Nach weiteren 4,5 Stunden Autofahrt landete ich glücklich und mit vielen Eindrücken von der wunderschönen Tour in den heimatlichen Tautenhain im Thüringer Holzland.
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