Transalp Mittenwald - Riva
1. Etappe: Mittenwald - Imst
Freitag, 22. August 2003
Um 11.00 Uhr konnte ich in Mittenwald meine Transalp am Parkplatz unterhalb der Karwendelbahn starten. Die 452 km bis nach Mittenwald gestalteten sich problemlos. Die Autobahn war frei. Selbst München konnte ich staufrei passieren.
Ein Startfoto musste natürlich noch sein. Ein netter Parkplatznachbar ließ sich dies nicht nehmen. Nach einigen anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten fand ich schließlich den Weg ins Leutaschtal.
Ich fuhr zunächst eine steile Asphaltstraße bis zur ehemaligen Grenze. Hier ist jetzt nur ein Grenzstein mit der Aufschrift „Tirol“ zu sehen. Ich versuchte mich zu Beginn an das Roadbook zu halten, doch dies verwirrte mich mehr als es mir weiter half. Es war dort jede noch so kleine Abzweigung in sehr kurzen Abständen beschrieben. Die Handhabung hielt ziemlich auf. Ich musste mich vielleicht auch erst daran gewöhnen. Ich entschloss mich dann die Karte zu nutzen, weil ich ja sowieso wusste, wo ich hin musste.
Ein geschotterter Radweg führte nun entlang der Leutascher Ache durch viele hübsche Ortschaften, die durch die vielen Blumen besonders zur Wirkung kamen. Auf der rechten Seite befand sich das Wettersteingebirge. Zu meiner Linken die Mieminger Kette. Hinter dem Ort Klamm führte der Weg ins Gaistal. Der immer noch geschotterte Weg wurde immer steiler und führte vorbei an der Gaistaler Alm, wo ich das erste Mal eine größere Rast machte. Viele Wanderer und Radfahrer waren hier unterwegs. Mir fiel auf, dass besonders viele Italiener hier ihren Urlaub verbrachten.
Weiter ging es dann zum Igelsee, oder was davon noch übrig war. Durch die lange Trockenperiode war er restlos ausgetrocknet. Auch die Leutascher Ache führte im oberen Teil kaum Wasser. Hinter dem Igelsee ging es noch weiter bergauf bis auch etwa 1.650 m, bevor der Weg in Richtung Ehrwald stark bergab verlief. Ich kehrte aber zunächst in der Ehrwalder Alm ein und genoss einen halben Liter Buttermilch. Außerdem tankte ich meine beiden Wasserflaschen auf. Ab der Alm ging es dann 15 % meist auf Asphalt bergab. Meine Finger schmerzten schon leicht von den ständigen Bremsvorgängen.
In Ehrwald kam ich dann noch an der Pension Seidl vorbei und bestellte viele Grüße von unseren Bergfreunden Irmtrud und Günther. Dabei blieb es aber nicht. Ich musste noch mit Kaffee trinken und viel von zuhause und meiner Tour erzählen. Da ich dort über 1 Stunde verweilte fiel der Umweg über das Dirstentrittkreuz aus. Ich steuerte zunächst den Ort Biberwier an. Die Zugspitze wollte sich heute leider nicht zeigen. Zu viele Wolken umhüllten den Gipfel. Ich fuhr nun weiter durch den Wald vorbei an den Loisachquellen zum idyllisch gelegenen Mittersee. Dort badeten sehr viele Leute. Mir war es zwar auch danach, aber das Imster Ziel war noch weit und die Uhr rückte bereits auf 16 Uhr. Der Weg wurde nun mehr ein Pfad und ich musste teilweise bis zum Blindsee schieben. Hier waren nun noch mehr Badegäste anzutreffen als am Mittersee.
Aus Zeitgründen entschloss ich mich nun den Fernpass bis Nassereith auf der Straße zu fahren. Am Rasthaus „Zugspitzblick“ machte ich nochmals Rast, bevor die Abfahrt nach Nassereith begann. Jetzt war auch die Zugspitze kurz zu erkennen. Vom Fernpass, der eigentlich mit 1.250 m Höhe im Vergleich zu den kommenden Pässen relativ niedrig war, schloss sich nun eine endlos lange Abfahrt nach Nassereith an. Zwischen 60 und 70 km/h waren es sicher auf dem nicht funktionierenden Tacho.
Von Nassereith fuhr ich dann die Via Claudia Augusta bis Imst. Der Weg war genau das richtige zum Tagesausklang. Er führte ohne nennenswerte Steigungen auf gut ausgebauter Schotterstraße entlang eines Baches nach Imst. Dort suchte ich mein Quartier „Landhaus Walch“. In Imst hieß aber fast jeder 3. Einwohner Walch, so dass ich erst zweimal an den falschen Häusern klingelte. Jedenfalls habe ich den Bauernhof nach ca. einer halben Stunde gefunden. Bis dahin führte die Straße 2-3- km steil bergauf. Und das noch nach der ca. 85 km langen ersten Tagestour.
Die Wirtin begrüßte mich freundlich und wies mir mein Zimmer zu. Am Abend tankte ich noch mächtig Kohlenhydrate in einer Gaststätte im Ortszentrum.
|
|