Home > Radfahren > Alpenüberquerungen > Transalp Mittenwald - Riva > 5. Etappe: S. Caterina - Madonna

Transalp Mittenwald - Riva

5. Etappe: Santa Caterina - Madonna di Campiglio

Dienstag, 26. August 2003

Kurz nach 8 Uhr startete ich nach einem guten Frühstück in Richtung Gavia Pass. Er war mit 2.652 m der höchste Punkt der Tour. Santa Caterina lag auf etwa 1.700 m Höhe. 1.000 Höhenmeter waren also fürs erste zu erklimmen.

Der Weg führte anfangs relativ steil in engen Serpentinen nach oben. Ich war an diesem Morgen gut drauf und fuhr trotz der Steigung ein ziemlich langes Stück. Dann folgte ich den gut bewährten Rhythmus zwischen Fahr- und Schiebepassagen. Mein Isostarpulvervorrat war nun leider zur Neige gegeangen, so dass ich zwischendurch mehr essen mußte, um nicht einzubrechen. Die Straße führte in eine beeindruckende Landschaft. Weit zurück konnte man noch Santa Caterina erkennen.

Linksseitig kamen die gewaltigen Gletscher zum Vorschein. Nach reichlich 2 Stunden erreichte ich die Passhöhe. Zuvor stärkte ich mich nochmal in der Rifugio Berni mit einer köstlichen Milch. Während einer längeren Pause und einigen Gipfelfotos machte ich mich startklar für die 16 km lange Abfahrt nach Ponte di Legno. Am Pass war es empfindlich kühl. Diese Fahrt hatte alles übertroffen, was ich bisher auf dieser Tour erlebt hatte. Es war einfach traumhaft. Nicht umsonst führt wahrscheinlich der Giro Italia über diese Piste.

Die Straße wurde ziemlich schmal, so dass die Autos Mühe hatten aneinander vorbeizukommen. Natürlich waren auch zahllose Radfahrer unterwegs, die vor allem durch die italienischen Autofahrer durch Hupen und lauten Zurufen motiviert wurden. Dazu gesellten sich ab und zu ein paar Rinder in das Geschehen. Am etwas 300 Höhenmeter tiefer gelegenen Tunnel führte ein etwas abenteuerlicher Schotterweg ohne Sicherung vorbei. In das schwarze Loch (unbeleuchteter Tunnel) wollte ich aber auch nicht unbedingt fahren. Zum Glück war dieser Weg, der mich etwas an die Uina-Schlucht erinnerte, nicht all zu lang.

Auf der Straße nach Ponte di Legno standen zur Orientierung km-Steine mit den exakten Km-Angaben zum nächsten Ort. Für Radfahrer mit nicht funktionierenden Tacho war das eine gute Hilfe. Gegen 12 Uhr fuhr ich vorbei an der Stadt Ponte di Legno, die rechts der Straße im Tal lag. Mein Weg führte nun hinauf zum 1.884 m hoch gelegenen Tornale Pass. Nach der langen Abfahrt hatte ich nun wenig Lust, die rund 500 Höhenmeter in Angriff zu nehmen. Die Sonne meinte es wieder sehr gut. Bei weit über 30 °C quälte ich mich so recht und schlecht die Hauptstraße hinauf. Ober angekommen, belohnte ich mich erst einmal mit einer richtigen Portion Pasta. Die Wirtin bewunderte mein Transalp Vorhaben und konnte es nicht so recht verstehen. Oben am Pass war auch die Grenze zur autonomen Provinz Trento. Irgendwie waren die Häuser jetzt wieder den Südtiroler Baustil angeglichen.

Die rund 35 km bis nach Dimaro bewältigte ich bei der Gefällstrecke von insgesamt 1.100 Höhenmetern in nur 45 min. Nun war aber noch eine kräftezehrende Auffahrt nach Madonna di Campiglio zu absolvieren. Der Weg führte nun 16 km auf einer schöner Schotterpiste durch den Wald etwa 900 Höhenmeter nach oben. Es war erst 14.30 Uhr. Ich konnte mir also genügend Zeit dafür nehmen. Unterwegs traf ich wieder bekannte Gesichter der Vortage. Sie hatten alle das gleiche Ziel. Wir stimulierten uns gegenseitig für die letzte Auffahrt des Tages.

Es war trotz der Anstrengung ein sehr angenehmer Weg, der meist an einem Bach entlang führte. Links zeigten sich bereits die gewaltigen Berge der Adamello Gruppe. Leider gab es auf der gesamten Wegstrecke keine Hütte, wo man etwas auftanken konnte. Demzufolge gab es nur Rucksackverpflegung. Die letzten 100 Höhenmeter gestalteten sich für mich am schwersten.

Um 17 Uhr erreichte ich schließlich das Hotel Montana in Madonna di Campiglio. Der Ort ist im Gegensatz zu meinen vorherigen Etappenzielen der wohl bekannteste. Sehr viele Touristen waren hier noch bis spät in die Abendstunden anzutreffen. Im Ristorante Artini schloß ich dann diesen wunderschönen und anstrengenden Tag mit einem reichlichen Nudelgericht.