Transalp Mittenwald - Riva
6. Etappe: Madonna di Campiglio - Riva del Garda
Mittwoch, 27. August 2003
Kurz nach 8 Uhr startete ich meine letzte Etappe. Der Hotelbesitzer machte noch ein Abschiedsfoto von mir und los gings talwärts.
Es war ein sehr schöner, aber auch relativ kalter Morgen. Von beiden Seiten grüßten die Berge der Adamello- und Brentagruppe. Die vielen Orte wechselten sehr schnell während der rasanten Abfahrt. Die Radwege waren auch sehr gut ausgeschildert, so dass ich kaum auf der Straße fahren musste.
Kurz vor Tione lagen plötzlich riesengroße Felsbrocken auf der Straße. Die Straße war deshalb auch gesperrt. Ich fuhr aber trotzdem vorsichtig daran vorbei. Ich bemerkte auch, dass hier noch einiges Gestein abstürzen würde. Man sieht zwar immer die entsprechenden Verkehrsschilder am Wegesrand, aber beachten tut sie wohl kaum jemand.
Weiter ging es nun über Zuclo zum Pass Duron, der einzigen größeren Herausforderung der letzten Etappe. In dem kleinen Bergdorf Zuclo sah ich zum ersten Mal ein Hinweisschild mit der Aufschrift Riva, meinem Ziel der Transalp. Ich tat mich etwas schwer mit diesen 500 Höhenmetern zum Pass. Ab und zu musste ich schon mal das Rad schieben.
Nach dem Pass Duron auf genau 1.000 Höhe führte die Abfahrt durch große Obst- und Weinplantagen bis zum Ballino Pass, den ich mit seinem 476 m Höhe kaum bemerkte. Von nun ab ging es nur noch bergab in Richtung Riva.
Nach Pranzo konnte ich den Gardaseee das erste Mal sehen. Die ganze Landschaft lag ziemlich im Dunst. In endlosen Serpentinen erreichte ich genau um 13.15 Uhr das Ufer des Sees. Das Unternehmen Transalp war geglückt. In nur 6 Tagen hatte ich die ca. 450 km und 14.000 Höhenmeter über die Alpen absolviert. Ich war ein bisschen stolz auf mich und sprang zur Freude erst einmal in den tiefblauen Gardasee.
Ich verweilte noch etwas an den Strand und gönnte mir eine riesige Eisportion. Jetzt musste ich aber noch meine Rückfahrt organisieren. Auch wenn meine Kräfte ziemlich am Ende waren, es stand mir noch eine Strecke von rund 30 km nach Rovereto bevor. Zuerst fand ich den Radweg nicht, so dass ich bis Nago die viel befahrene Hauptstraße fuhr. Dann folgte ich den Radweg durch wunderschöne Landschaften, die erst in Mori durch Industriegebiete immer mehr abgelöst wurden.
Gegen 16.30 Uhr erreichte ich den Bahnhof in Rovereto und entschloss mich kurzerhand noch den nächsten Zug zum Brenner zu nehmen.
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