Transalp Mittenwald - Riva
4. Etappe: Sesvenna Hütte - Santa CaterinaMontag, 25. August 2003Gegen 6.30 Uhr begann die allgemeine Aufbruchstimmung in der Hütte. Ich hatte erstaunlich gut in dem Matrazenlager geschlafen. Um 7 Uhr öffnete der Frühstücksraum und nach reichlich Kaffee und selbstgebackenen Brot mit Marmelade konnte die 4. Etappe beginnen.
Der nächtliche Regen hatte sich glücklicherweise verzogen. Im Vinschgau sah es allerdings von hier oben nicht besonders freundlich aus. Für die ersten 400 Höhenmeter ins Tal war erst mal schieben angesagt. Es war kaum jemand auf der Strecke unterwegs. Nur ein paar Jäger traf ich auf den Weg nach unten. Ab etwa 1.800 m konnte ich auf wenig befahrenen Schotter- und Asphaltstraßen bis nach Burgeis abfahren. Das Wetter besserte sich und die Sonne kam langsam zum Vorschein. Von Burgeis führte ein Weg entlang der Etsch vorbei an Schleiss und Laatsch bis ins Münstertal nach Taufers. Dort überquerte ich die Grenze zur Schweiz. Der Zöllner empfahl mir noch eine andere Tour, als ich vorgesehen hatte und wünschte mir weiterhin gute Fahrt. Meine Route stand aber fest. Von dieser wollte ich auch nicht unbedingt abweichen. In Münstair (Münster) besorgte ich mir nun endlich einen Ersatzschlauch für meine Velokrad (so heißt das dort). In Santa Maria, wenige km nach Münster, begann die Auffahrt zum Umbrail-Pass auf 2.503 m Höhe. Rund 1.300 Höhenmeter waren nun hier teils auf Schotter und teils auf Asphalt zu absolvieren. Die Straße, die sich in endlosen Serpentinen Meter um Meter nach oben zog, war relativ wenig befahren. Die Autofahrer schreckten wahrscheinlich die langen Schotterabschnitte ab und bevorzugten eher das Stilfserjoch. Nur einige Motorräder waren unterwegs, die wohl denn Pass als ihr Elderado entdeckt hatten. Nach 2 1/2 Stunden war ich endlich oben. Jetzt waren erst einmal eine zünftige Rast und zahlreiche Gipfelfotos angesagt. Der Pass stellt übrigens die Grenze zwischen der Schweiz und Italien dar. Die Grenzer kümmerten sich aber lediglich um die Gemsen und Murmeltiere, die sie mit den Ferngläsern beobachteten. Unweit von der Passhöhe konnte man das Stilfserjoch erkennen. Gegen 14 Uhr begann ich dann mit der 17 km langen Abfahrt nach Bormio. Ich machte zwischendurch auch mehrere Pausen, um die Felgen etwas abkühlen zu lassen. Den neuen Schlauch wollte ich nicht unbedingt bei der Abfahrt verheizen. Nach dieser langen Abfahrt über zahllose Serpentinen und Tunnel erreichte ich schließlich Bormio, eine typische italienische Stadt, die überhaupt nichts mit der Südtiroler Provinz gemeinsam hatte. I ch durchfuhr diese Stadt in nur wenigen Minuten und passierte anschließend den Vorort Valfura, der sich über viele Ortsteile sehr lang erstreckte. Es war sehr interessant, dem hektischen Treiben in diesen Ortschaften zuzuschauen. 8 km waren es nun noch bis Santa Caterina, das im 1. Drittel der Auffahrt zum Gavia-Pass lag. Dort hatte ich auch meine nächste Unterkunft, das Hotel Thurwieser reserviert. 16.30 Uhr kam ich dort an. Die Wirtin begrüßte mich in englischer Sprache. Deutsch wurde in diesem Ort kaum gesprochen. In Santa Caterina musste ich die Erfahrung machen, dass die Gaststätten erst gegen 20 Uhr das Abendessen servierten. Um so besser schmeckte aber dann die Wagenrad große Pizza und der Rotwein im "La Taja". |
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