Aufstieg von der Fane-Alm über Labeseben, Wilder See, Rauhjoch
Donnerstag, 24. Juli 2008
Heute ist es soweit. Die große Gipfeltour steht an. Der Blick ins hintere Valstal verheißt einen schönen Tag. Das Wetter ist heute sonnig und auch windstill, ideales Bergwetter eben.
Wir frühstücken bereits um 6:30 Uhr, denn der Tag wird noch sehr lang. Bis zur Fane-Alm dürfen wir am frühen Morgen mit unseren Autos fahren.
Die Alm liegt auf 1.700m Höhe. Bis zum Gipfel erwarten uns rund 1.400 Höhenmeter.
Es ist 7:38 Uhr und Tourstart. Wir passieren zunächst die alten Holzgebäude der Fane-Alm und gehen in Richtung Brixner Hütte. Gleich zu Beginn kommen uns Zweifel zum richtigen Weg, da unsere Panoramawanderkarte etwas anderes ausweist.
Ein freundlicher Bauarbeiter, der mit dem Wegebau beschäftigt ist, zeigt uns die Richtung. Wir erreichen bald eine herrliche Schlucht, die sogenannte „Valler Schramme“, die wir die nächsten 200 Höhenmeter hinauf laufen. Die reißenden und in die Tiefe stürzenden Wassermassen des Vals-Baches sind ideal für Menge Fotomotive.
Der Wegweiser am Joch auf 1.972m zeigt bis zur Wilden Kreuzspitze 3,45 h an. Geradeaus geht es zur Brixner Hütte, die wir beim Abstieg besuchen werden. Jetzt öffnet sich ein breites Tal, das zunächst zur Labesebenalm führt.
Der weitere Weg wird schmaler und steiler und führt zunächst entlang von Wiesen und später auf einen noch steileren Schotterpfad. Rechterhand können wir bereits unser Tagesziel erkennen. Der Berg wirkt so unheimlich weit. Auf einem Hochplateau haben wir die Hälfte des Höhenunterschiedes geschafft.
Auf reichlich 2.400m bläst der Wind wieder kräftig. Die Halbzeit ist Grund genug für eine Jause. Dafür suchen wir uns ein windgeschütztes Fleckchen neben einem Felsen. Die Aussicht in die imposante Bergwelt ist einfach gigantisch. Gegenüber sehen wir den Gipfel des Wurmauls, der auch mal ein lohnenswertes Ziel darstellt. Der Pfad verläuft nun gut begehbar bis zum romantisch gelegenen Wilden See am Fuße der Wilden Kreuzspitze.
Der Gipfel ist immer noch ziemlich weit entfernt. Bei einer kurzen Fotopause am See beschließen unsere 5 Mitstreiter, den Gipfelsturm nicht mitzumachen. Ihnen reicht das Rauhtaljoch auf 2.800m.
Wir gehen nun allein und zügiger als bisher durch das weite steile Geröllfeld bis zum Joch. Von den anderen Bergwanderern ist nichts mehr zu sehen. Sie gehen die Sache nun langsamer an. Das Joch ist noch schneebedeckt, aber durch den verharrschten festen Zustand gut passierbar. Am Joch ist noch 1 Stunde bis zum Gipfel ausgewiesen. Wir gehen in kurzen Serpentinen den feinen, feuchten Geröllweg nach oben. Manchmal ist die Orientierung etwas schwierig, da die Markierung oftmals fehlt.
Am breiten Ostgrat können wir auf den Wilden See hinab schauen. Ab und zu zeigen sich die ganz Großen der Zillertaler Alpen im Norden. Von hier aus sind noch ein paar ausgesetzte Stellen oberhalb von Schneefeldern bis zum Gipfel zu überwinden.
Um 12:38 Uhr, also genau 5 Stunden nach dem Start an der Fane-Alm, stehen wir am Gipfelkreuz und genießen die Aussicht. Wir sind allein. Es herrscht eine herrliche Ruhe. „Berg Heil“ wünschen wir uns und tragen unseren Gipfelsieg in das Gipfelbuch ein.
Der Abstieg geht besser als gedacht. In schnellen Schritten sind wir wieder am Joch. Von dort aus rutschen wir mit den Schuhen über ein weites Schneefeld ca. 200 Höhenmetern nach unten. Manch einer setzt sich auf den Hintern und geht die Sache noch gelassener an. Jedenfalls schonen beide Versionen die Knie. Auf etwa 2.600m gehen wir auf den schmalen Geröllpfad weiter abwärts. In der Talsohle wird der Weg bedeutend besser und vor allem breiter.
Jetzt ist es nicht mehr weit bis zur Brixner Hütte. Dort warten bereits unsere 5 Bergkameraden auf unsere Ankunft und beglückwünschen uns zum Gipfelsieg. Bei einer zünftigen Jause verweilen wir einige Zeit auf der schönen Hütte im hinteren Valstal. Ein Eintrag im Hüttenbuch darf natürlich nicht fehlen. Der Weg zur Fane-Alm ist sanft und gut zu gehen. Auf den Wiesen wird wieder überall Heu gemacht und eingefahren. Wir schauen den Bauern oberhalb der Fane-Alm eine ganze Weile zu.
Hier entstehen auch die schönsten Fotos von unserer Wandergruppe. Nach Ankunft in der Pension Wiesenhof gibt es erst einmal von Markus ein Schnapserl. Er interessiert sich sehr für unsere Gipfeltour und meine Fotos. Ich verspreche ihm eine CD mit den schönsten Bildern davon zuzusenden.
|
|