12. Oberelbe-Marathon
Durchhalten war die DeviseSonntag, 26. April 2009Die Vorbereitungen auf den Marathon waren zu Ende. Jetzt zeigte es sich, ob die 250 Trainingskilometer ausreichend waren. Ich war mächtig aufgeregt vor dem Start. Aufgrund einer Havarie auf der Bahnstrecke bei Rathen kamen die Sonderzüge aus Dresden nicht an. Eine schnelle Organisation des Veranstalters sorgte für Shuttelbusse nach Königstein. Etwa eine Stunde verzögerte sich somit der Start. Um genau 10:22 Uhr zählten die reichlich 1.300 Läufer den Countdown 10, 9, 8, ... Start. Gleichzeitig dröhnte aus dem begleitenden Marathondampfer „Stadt Wehlen" ein mehrfaches Hupen.
Die Massen setzten sich unterhalb der Festung Königstein in Bewegung. 42,195 km auf Asphalt bei sonnigen 25°C erwarteten mich. Ich hatte keine Ahnung, wie ich diesen Untergrund bei den recht hohen Temperaturen verkrafte. Bisher war ich meist nur auf Wald- und Schotterböden gelaufen. Ich war zu Beginn ganz gut drauf und konnte problemlos im vorderen Läuferfeld mithalten. Ich war vielleicht etwas zu schnell, was sich mit leichten Seitenstechen revanchierte. Ab dem ersten Kilometer war bereits die Strecke markiert. Bei Kilometer 6 erreichte das Läuferfeld den Ort Rathen. Die zu überquerenden beiden Bahndämme waren offen. Die Bahn hatte den Läufern ein halbstündiges Zeitfenster eingeräumt. Jetzt war ich richtig gut drauf. Die nächsten Kilometer bis Wehlen verliefen meist durch den schattigen Wald. Kurz vor Wehlen schloss ich mich für kurze Zeit den 3:30 Stunden Zeitläufern an. Die hatten aber einen anderen Laufrhythmus, mit dem ich nicht klar kam. Ich ließ mich daher etwas zurückfallen. Jetzt überholte uns auch der Dampfer, der in 3 Stunden in Dresden sein sollte. Wenige Kilometer hinter Wehlen begann bereits das Stadtgebiet von Pirna. Der recht heftige Wind bließ glücklicherweise meist von der Seite oder von hinten. Das Läuferfeld wurde nun in mehreren Schleifen durch die schön sanierte Altstadt geleitet. Auf dem Marktplatz machten Cheerleader und Hunderte Zuschauer mächtig Stimmung. Ich wurde sogar namentlich begrüßt. Das motiviert natürlich ganz besonders. Hinter der Stadt war bei Kilometer 20 ein weiterer Verpflegungspunkt eingerichtet. Ich hatte heute aufgrund der hohen Temperaturen einen ungeheueren Wasserverbrauch. Ich nahm jedesmal 3 Trinkbecher mit Wasser oder isotonischen Getränken. Glücklicherweise waren aller 3-5 km Trinkstellen eingerichtet. Ich lag zeitlich gut im Rennen. 1:50 h stoppte ich auf der Halbmarathondistanz. Jetzt bekam ich aber zunehmend Probleme mit leichten Wadenkrämpfen. Zur Lockerung ging ich einige Meter und machte Dehnungsübungen. Es wurde aber nicht wesentlich besser. Die Krämpfe kamen immer wieder und die Laufunterbrechungen immer öfter. Ich dachte sogar zwischendurch ans aufgeben. Aber Durchhalten war die Devise, die mir auch von den vielen Zuschauern am Rande der Laufstrecke zugerufen wurde. In Dresden Laubegast überholte mich die 3:45 Stunden-Läufergruppe. Die Zeit war mir nun fast egal. Von weitem sah ich das „Blaue Wunder", welches die 35 km Marke darstellte. Insgesamt ist diese Marathonstrecke entlang des Elbufers landschaftlich sehr eindrucksvoll, beginnend von der Festung Königstein, über Rathen, Wehlen, Schloß Pillnitz, dem Blauen Wunder, den Dresdner Schlösser am anderen Elbufer und letztendlich die Dresdner Altstadt mit Frauenkirche, Elbterassen, Schloss, etc. Das alles motiviert auch ganz besonders und lässt so manchen Schmerz vergessen. Kurz vor Kilometer 40 hatte ich die 4:00 Stunden Marke überschritten. Das Heinz-Steyer-Stadion war nun nur noch wenige Hundert Meter entfernt. 1 km vor dem Ziel überraschte noch ein Fotograf. Jetzt galt es nochmal zu lächeln, auch wenns etwas schwer fällt. Kurz danach ereilte mich nochmals ein Wadenkrampf und ich musste den Endspurt unterbrechen. Im Stadion begrüßte mich meine Fangemeinde. Eine knappe Runde auf der roten Tartanbahn und das Ziel war erreicht. Der Stadionsprecher beglückwünschte mich über das Mikrophon und mir wurde eine hübsche Finisher-Medaille umgehangen. Ich war insgesamt 4:20 h unterwegs und glücklich, es geschafft zu haben. Ein großes Lob den Veranstalter für die Top-Organisation! Weitere Infos unter: www.oberelbe-marathon.de
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